Wie wurde Professor Schmidts „gute Tat für die Novomatic“ in Höhe von rund einer Million Euro finanziert?

Schmidt tarnt sich als Spielerschützer, doch anstatt Spielern zu helfen, betrieb er selbst Casinos und unterstützte Novomatic mit rund einer Million Euro. Lesen Sie selbst:

Zur Firmengruppe des Wiener Geschäftsmanns Prof. Gert Schmidt gehört die Omnia Online Medien GmbH, welche Medieninhaber der unter www.spieler-info.at betriebenen Webseite ist. Prof. Gert Schmidt ist Herausgeber und Chefredakteur dieses online Mediums.

Doch wie wurde Prof. Gert Schmidt eigentlich Herausgeber und Chefredakteur von www.spieler-info.at?

Alles fing an, als Prof. Gert Schmidt 1981 den „Novomatic“-Gründer und Eigentümer Johann Graf kennen lernte. Seit diesem Treffen engagierte sich Prof. Gert Schmidt im Bereich Glücksspiel in Österreich und nahm durch seine Tätigkeiten sogar Einfluss auf die Novellierung des Glücksspielgesetzes 2010.

Obwohl Prof. Gert Schmidt den Titel des Ehrenprofessors eigentlich für seine Leistungen um den Spielerschutz bekommen hat, startete er 1989 mit seiner österreichischen Firma Adria Beteiligungs-GmbH ein Joint Venture mit der staatlichen Lotteriegesellschaft der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik (laut „Presse“ stand Schmidt hinter der Schweizer Firma CA Casinos, die wiederum Eigentümerin der Adria war; laut Wirtschaftsblatt habe er die Joint Venture Anteile von Novomatic und den Casinos Austria übernommen). Im Rahmen dieses Joint Ventures wurden sodann 50 Spielhallen und 3 Casinos durch die Firma des „Spielerschützers“ Prof. Gert Schmidt betrieben. Als dieses Joint Venture schließlich nach der Unabhängigkeit Kroatiens aufgelöst wurde, klagte die Firma Adria Kroatien auf Schadenersatz. Daraufhin folgte ein 17-jähriger Gerichtsstreit über die Höhe des Schadenersatzanspruches, welcher darin gipfelte, dass die Klage gegen Kroatien auf Schadenersatz in Höhe von 80 Millionen Euro bei einem Schiedsgericht in Den Haag schließlich abblitzte.

Währenddessen startete Herr Thomas Sochowsky die Internetseite www.spieler-klage.at. Auf dieser Seite konnten sich Spieler, welche Geld bei Novomatic verloren haben, melden und ihre Forderungen an Herr Sochowsky zur Eintreibung abtreten, welcher diese Spielverluste sodann klagsweise gegen Novomatic geltend machte. Aufgrund des erfolgreichen Vorgehens von Herr Sochowsky wurde Novomatic medial in ein schlechtes Licht gerückt.

Als Prof. Gert Schmidt dies hörte, wollte er seinem guten Bekannten, dem „Novomatic“-Eigentümer Johann Graf, helfen und beschloss im Jahr 2009 – nach eigenen Angaben aus Eigeninitiative heraus – Herrn Thomas Sochowsky zu kontaktieren und diesem die Internetseite www.spieler-klage.at sowie die Zessionen (die Forderungen der Spieler gegen Novomatic) abzukaufen. Laut Herrn Sochowsky erklärte Prof. Gert Schmidt ihm gegenüber, dass er die abgetretenen Forderungen der Spieler abkaufen möchte, da er diese Forderungen viel professioneller und in einem größeren Rahmen geltend machen könne. Prof. Gert Schmidt bezahlte Herrn Sochowsky sodann mindestens 12.000,00 € (wahrscheinlich eher 22.000,00 €) für die Homepage und weitere 900.000,00 € für die Zessionen. Daraufhin nannte er die Website www.spieler-klage.at in www.spieler-info.at um und wurde deren Herausgeber und Chefredakteur. Entgegen seiner Zusage an Sochowsky betrieb Schmidt die Forderungen dann nicht weiter und gingen die meisten Spieler leer aus. Als Grund dafür gibt Schmidt an, dass er die abgekauften Fordeurngen von einer Rechtsanwaltskanzlei habe prüfen lassen mit dem Ergebnis, dass es lediglich bei drei oder vier Zessionen sinnvoll gewesen wäre, den Anspruch geltend zu machen. Mit diesen Spielern habe die Omnia sodann einen Entschädigungsbetrag vereinbart.

Dazu Sochowsky: "Ich sah gute Chance, die Forderungen der damaligen Spieler erfolgreich zu betreiben, was auch die letzten Prozessergebnisse der von mir unterstützten Spieler zeigen. Meiner Meinung nach ist es Herrn Prof. Schmidt in Wirklichkeit nur darum gegangen, die Initiative "spieler-klage" zu stoppen. Das habe ich aber zu spät erkannt."

Fakt ist, dass der „Spielerschützer“ Schmidt nie ein Verfahren für einen Spieler gegen Novomatic geführt hat.

Die heute betriebene Internetseite www.spieler-info.at steht der Novomatic äußerst positiv und unkritisch gegenüber und rückt diese medial stets in ein gutes Licht.

Laut Angaben des „Spielerschützers“ Prof. Gert Schmidt bezahlte er somit mindestens 912.000,00 € aus eigener Tasche um eine „gute Tat für Novomatic“, einem der größten Gaming-Technologiekonzerne der Welt, zu vollbringen!

Doch wie finanzierte Prof. Gert Schmidt nun den Kaufpreis von rund einer Million Euro?

Auf diese Frage angesprochen meinte Prof. Gert Schmidt, dass er 2005/2006 einen großen Betrag liquide gehabt hätte, weil er eine Klage gewonnen habe. Er konkretisierte dies weiter und sagte, er habe das Geld aus einem Vergleich mit dem Staat Kroatien bezüglich der Adria Beteiligungs-GmbH. Hierzu ist jedoch zu sagen, dass sich der Rechtsstreit zwischen der Firma Adria und Kroatien von 1994 bis 2010 hinzog und, obwohl ca. 2007 Zahlungen an die Firma Adria geflossen seien, nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann, dass Prof. Gert Schmidt im Jahr 2009 tatsächlich Gelder aus einer gewonnenen Klage zur Finanzierung des Kaufs der Internetseite und der Zessionen aufwandte.

Darüber hinaus bleibt es zweifelhaft, ob man aus Eigeninitiative einen Freundschaftsbeweis im Wert von mindestens 912.000,00 € erbringt, wenn es doch wahrscheinlicher scheint, dass Novomatic aufgrund ihrer „guten Kontakte“ zu Prof. Gert Schmidt an diesen herantrat, denn wie Prof. Gert Schmidt selbst sagte, „störte ihn die Internetseite von Herrn Sochowsky nicht, da er ja selbst nicht betroffen war“.

Dass Herr Prof. Schmidt die rund eine Million Euro tatsächlich aus reinen Eigenmitteln finanziert hat und dafür keinen „Kostenersatz“ von Novomatic erhielt, ist damit höchst zweifelhaft.

Links zum Thema:

http://derstandard.at/1276413807041/Schadenersatz-Casino-Betreiber-Adria-blitzt-gegen-Kroatien-vor-Schiedsgericht-ab; http://diepresse.com/home/wirtschaft/eastconomist/311432/Investitionsschutz_Kroatien_Streit-mit-CasinoFirma.

http://wirtschaftsblatt.at/archiv/unternehmen/856001/index

 

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Kommentar von Thor |

der dreht und windet sich - da wirds einem schlecht dabei...

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